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Vorstellung des Sono Sion, erstes serienmäßiges Elektroauto mit Solarladung

Am 27.7.2017 war es dann so weit. In Mün­chen wur­de der Sion von Sono Motors der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt.

Wir hat­ten uns vor­ge­nom­men mit einer Renault Zoe die Fahrt vom Ber­li­ner Ring nach Mün­chen zurück­zu­le­gen. Renault bie­tet zwar kos­ten­los einen gleich­wer­ti­gen Ben­zi­ner an, doch nach einer Gegen­über­stel­lung der Ben­zin­kos­ten mit den Kos­ten der Kilo­me­ter aus dem Bat­te­rie­miet­ver­trag der Zoe, fiel die Ent­schei­dung ganz klar auf die Zoe, da es immer noch genü­gend kos­ten­lo­se Lade­mög­lich­kei­ten auf dem Weg gibt. Aber ist es wirk­lich mög­lich so eine Fahrt auf der Auto­bahn zu bewäl­ti­gen?

Um es kurz zu machen. Ja, es hat funk­tio­niert. Alle Lade­stel­len konn­ten benutzt wer­den und kei­ne Ladung hat so lan­ge gedau­ert, dass Lan­ge­wei­le auf­ge­kom­men ist.

Aller­dings wur­de die Geschwin­dig­keit auf 90–100 km/h gehal­ten, da sonst der Ver­brauch zu hoch gewe­sen wäre. Auf­grund des Fahr­zeug­mo­dells war eine Ladung nur mit maxi­mal 22 kW mög­lich, was zwar aus­rei­chend ist, an den Lade­stel­len wäre aber eine höhe­re Lade­leis­tung mög­lich gewe­sen.

Eine wei­te­re Ein­schrän­kung ergab das Akku­ma­nage­ment. Die Außen­tem­pe­ra­tur sank trotz Som­mer auf 13–15°C auf der Hin­fahrt. Die Soft­ware der Zoe gab dann nur noch ca. 150 km frei, da der Akku zwar luft­ge­kühlt wird, aber kei­ne Behei­zung bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren mög­lich ist.

Die­ser Ver­such war gut um tech­ni­sche Ansät­ze des Kon­zepts des Sion bes­ser zu ver­ste­hen.

Wir haben die Ent­wick­lung des Sion von Anfang an beob­ach­tet und kön­nen nun über das Ergeb­nis nach einem Jahr berich­ten.

Der Pro­to­typ ist fahr­be­reit und sieht schon gefäl­li­ger aus, als die ers­ten Stu­di­en ver­mu­ten lie­ßen.

Sono Sion, erstes serienmäßiges Elektroauto mit Solarladung

Die Kraft der Son­ne — viSo­no

Auf­fäl­lig sind natür­lich die 330 Hoch­leis­tungs­so­lar­zel­len, die 7,5 m² der Fahr­zeu­g­ober­flä­che ein­neh­men. Natür­lich kann der Sion nicht damit fah­ren, aber sie sol­len bis zu 30 km am Tag die Reich­wei­te ver­län­gern kön­nen. Wenn man den nor­ma­len täg­li­chen Fahr­weg der aller­meis­ten Auto­fah­rer betrach­tet ist dies schon eine Grö­ße, die zusätz­li­ches Laden über­flüs­sig macht. Wer Erfah­run­gen mit Pho­to­vol­ta­ik hat, weiß, dass es durch­aus mög­lich ist die­se Tech­nik zu nut­zen, auch wenn die Son­ne nicht scheint. Um die­ses dif­fu­se Licht zu nut­zen, haben die Ent­wick­ler dar­auf geach­tet Solar­zel­len aus­zu­wäh­len, die in die­sem Bereich beson­ders wirk­sam sind, da die wirk­sa­me Flä­che ja nie opti­mal zu Son­ne aus­ge­rich­tet sein wird. Die ein­zel­nen Modu­le sind so kon­stru­iert, dass auch klei­ne­re Beschä­di­gun­gen nicht zu einem Total­aus­fall der Anla­ge füh­ren sol­len.

Die Ver­pa­ckung

Auch wenn es nicht so offen­sicht­lich ist, auch hier hat Sono Motors einen kom­plett ande­ren Weg beschrit­ten. Die Karos­se­rie besteht aus durch­ge­färb­ten Poly­car­bo­nat, der preis­wer­ter sein soll, als eine Lackie­rung. Zusätz­lich gibt es eine kratz­fes­te Beschich­tung.

Laden, Laden, Laden

Laden eins – Mit biSo­no wird der Sion zum mobi­len Ener­gie­lie­fe­rant. Der Sion besitzt ein Mul­ti­la­de­sys­tem. CCS mit 50 kW für die lan­gen Stre­cken, zusätz­lich Typ 2 mit bis zu 22 kW, die­se bidi­rek­tio­nal und zwei Schu­ko­steck­do­sen, eine davon im Kof­fer­raum. Die Typ 2 Steck­do­se ermög­licht es über eine App den Strom des Akkus zu tei­len. Ande­re E-Fahr­zeu­ge kön­nen damit auf­ge­la­den wer­den. Die Schu­ko­steck­do­se kann benutzt wer­den um exter­ne Strom­ver­sor­ger (zB. Werk­zeu­ge, Cam­ping­zu­be­hör, Not­strom­ag­gre­gat, …) zu betrei­ben.

Laden zwei – Der 650 l – 1250 l Kof­fer­raum mit einer sehr prak­ti­schen Geo­me­trie lässt kaum Wün­sche offen. Wie hoch aller­dings die Zula­dung liegt, wird zu einem spä­te­ren Zeit­punkt bekannt gege­ben.

Laden drei – War­um hat sich eigent­lich noch kein Her­stel­ler eines E-Autos (vom Model X mal abge­se­hen) getraut eine Anhän­ger­kupp­lung anzu­bie­ten. Sono Motor macht das. Sie soll bis zu einer Zug­kraft von 750 kg aus­ge­legt sein. Was bei dem 80 kW Motor mit Hin­ter­rad­an­trieb kein Pro­blem dar­stel­len soll­te.

Reich­wei­ten­angst?

Der Akku wird 250 ech­te Kilo­me­ter (also kein NEFZ) rea­li­sie­ren. Er kann schnell­ge­la­den wer­den, so dass der Akku in 40 min voll ist. Aber wel­cher Akku ist in der Rea­li­tät wirk­lich leer. Gro­ße Hoff­nung set­zen wir auf das flüs­sig­keits­ba­sier­te Kli­ma­sys­tem des Akkus, der nicht nur gekühlt, son­dern auch erwärmt wer­den kann. Und wenn dann noch eine bes­se­re Soft­ware beim Bat­te­rie­ma­nag­ment als in der Zoe ihre Arbeit leis­tet, soll­te es mit den 250 km wirk­lich kein Pro­blem sein.

Visio­nen

Wenn jun­ge Men­schen ohne kon­ser­va­ti­ven Kfz-Back­round eine Auto ent­wi­ckeln, kann man davon aus­ge­hen, dass Ide­en zu Tage tre­ten, die unge­wöhn­lich und zukunfts­wei­send sind.Sono Sion, erstes serienmäßiges Elektroauto mit Solarladung

Neben viSo­no, wel­ches bereits oben beschrie­ben wur­de, ist eine wei­te­re optisch auf­fäl­li­ge Ent­wick­lung, das Fil­ter­sys­tem breSono. Ein Fil­ter aus Moos, wel­ches kei­ner beson­de­ren Pfle­ge bedarf soll für eine hohe Rein­hal­tung der Innen­raum­luft sor­gen. Gleich­zei­tig ist das Moos in der Lage die Feuch­tig­keit des Innen­rau­mes zu regu­lie­ren, da es Feuch­tig­keit auf und auch wie­der abge­ben kann. Muss der Fil­ter aus­ge­tauscht wer­den, kann er ganz ein­fach kom­pos­tiert wer­den.

reSo­no ist dar Repa­ra­tur­sys­tem des Sion, eine der Ide­en die von Anfang an ver­folgt wur­de. Kei­ne lizenz­pflich­ti­gen Ersatz­tei­le, offe­nes Repa­ra­tur­hand­buch, Ersatz­teil­be­stel­lung über das Inter­net oder Hin­wei­se zum regio­na­len Ein­zel­han­del, CAD-Unter­la­gen zum ein­fa­chen Her­stel­len der Tei­le, Erklär­vi­de­os zum sel­ber machen oder für die ört­li­che Werk­statt des Ver­trau­ens, … spa­ren nicht nur Geld son­dern stär­ken auch die regio­na­le Wirt­schaft.

Der Com­mu­ni­ty-Gedan­ke

Mit der goS­o­no-App kann man mit dem Sion Geld ver­die­nen.

Durch eine App kann der Sion zur mobi­len Lade­sta­ti­on für ande­re Elek­tro­fahr­zeu­ge wer­den, die ihr Auto ohne per­sön­li­che Anwe­sen­heit zu einem selbst fest­ge­leg­ten Preis bis zu einem fest­ge­leg­ten Rest­la­de­stand auf­la­den kön­nen. Und die Son­ne lädt ja stän­dig nach. Neben dem Powers­ha­ring ist das Ridesha­ring eine Mög­lich­keit Mit­fahr­ten zu einem bestimm­ten Preis anzu­bie­ten. Natür­lich ist es auch mög­lich Car­sha­ring mit dem Sion über die goS­o­no-App zu betrei­ben. Die Abrech­nung der jewei­li­gen Kos­ten erfolgt dann über die Betrei­ber der App.

Und wann kommt er end­lich…?Sono Sion, erstes serienmäßiges Elektroauto mit Solarladung

Jetzt kann man erst mal Pro­be­fah­ren. Auf www.sonomotors.com kann gebucht wer­den.

Es ist dort auch mög­lich sich an dem Pro­jekt finan­zi­ell zu betei­li­gen.

Und man kann ihn vor­be­stel­len.

Wenn 5000 Vor­be­stel­lun­gen vor­han­den sind, geht das Pro­jekt in die Zulas­sung und die Pro­duk­ti­on.

Q3/4 2019 wer­den wir ihn dann hof­fent­lich auf dem Hof ste­hen haben.

Quel­le Fotos: Sono Motors GmbH

By | 2017-10-05T17:16:36+00:00 September 14th, 2017|Allgemein, Elektromobilität, Solarenergie|0 Comments

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